lundi 27 mars 2023

Verdammte Lust! Eine verdammt großartige Ausstellung im diözesan Museum Freising. Eine Fotoreportage von Marco Pohle.

 

bis 29. Mei im Diözesan Museum Fresing

Präsentation des Museums

Warum stehen Religion und Sexualität so oft im Widerspruch zueinander? Zwischen kirchlicher Lehre und Realität besteht seit jeher eine scheinbar unüberbrückbare Differenz. Dies ist kein neues Phänomen, sondern begleitet die Religions- und Sittengeschichte des Christentums von Beginn an. Nicht zuletzt wegen der aktuellen Diskussion um sexuellen Missbrauch in der Kirche steht deren Sexuallehre heute mehr denn je in der Kritik. Was gegenwärtig offen diskutiert werden kann, wurde früher versteckt bis offensichtlich in der Kunst verhandelt - und konfrontiert uns mit buchstäblich nackten Tatsachen.

Reinheit und Enthaltsamkeit, Begierde und Lust, eheliche Pflichten und Fruchtbarkeit, Gewalt und Verletzung: Im scheinbar dogmatischen Rahmen christlicher Bildsprache verbirgt sich eine Fülle an menschlichen Sehnsüchten und Fantasien. Immer wieder haben Künstlerinnen und Künstler die Grenzen des Darstellbaren ausgelotet, um einerseits Sinnlichkeit und Erotik, andererseits Doppelmoral und Scheitern ins Bild zu setzen. Ob spielerisch, lustvoll oder tragisch, der Blick auf den Menschen - etwa in biblischer Erzählung, Heiligenlegende oder antiker Mythologie - wurde seit jeher facettenreich, mehrdeutig und mutig ins Bild gesetzt.
Die Ausstellung Verdammte Lust! Kirche. Körper. Kunst. fordert uns zur Auseinandersetzung mit diesem Spannungsfeld zwischen Kunst und kirchlicher Moral auf. In acht Kapiteln stellt sie den Menschen als sexuelles Wesen einem theologischen Ideal gegenüber, die unreine fleischliche Begierde der reinen Hingabe an Gott.

Einzigartige Kunstwerke von der Antike bis in das frühe 19. Jahrhundert, von Leonardo da Vinci über Tintoretto und Cranach bis hin zu Artemisia Gentileschi und Guido Reni zeigen das schwierige Verhältnis von Sexualität und Kirche. Ansprüche und Wirklichkeit sowie gesellschaftliche und religiöse Wertvorstellungen werden subitil bis entlarvend hinterfragt. Damit beteiligt sich das Diözesanmuseum Freising an einem aktuellen Diskurs, der so herausfordernd wie unumgänglich ist.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von S.E. Kardinal Reinhard Marx.
Es erscheint ein umfangreicher Katalog sowie ein Essayband mit Beiträgen von 20 Autorinnen und Autoren.


Fotoreportage von Marco Pohle















































 

dimanche 26 mars 2023

Kunst und Leben ­1918 bis 1955, eine Ausstellung im Lenbachhaus / L'art et la vie de 1918 à 1955, une exposition de la Lenbachaus à Munich

Käte Hoch, Sebstbildnis / Autoportrait 1929

[DE] Zwischen 1918 und 1955 waren Menschen in Deutschland mit mehreren Zeitenwenden konfrontiert. Im Zentrum der Ausstellung stehen Lebensläufe und Schicksale von Künstler*innen während der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Die vielfältigen Kunstwerke und Biografien berichten von erfolgreichen, unterbrochenen und vollständig abgebrochenen Karrieren, von Widerstand und Anpassung, von Verfolgung, Exil und Ermordung.

Ein Nebeneinander verschiedener Strömungen prägte den gewählten Zeitraum. Das Zeitgeschehen und dessen institutionelle Bedingungen werden parallel zu den Lebensläufen untersucht; auch künstlerische Positionen, die den NS-Ideologien nahestanden, werden nicht ausgeklammert.

Themen wie linke Künstler*innengruppen der 1920er Jahre, das Verhältnis zwischen verfemter und propagierter Kunst in den Münchner Ausstellungen des Jahres 1937, die Bedeutung der „inneren Emigration“, die sogenannte „Gottbegnadetenliste“ von 1944 und die Rezeption moderner Kunst in Deutschland nach 1945 wurde´n beleuchtet.

Die Schwerpunkte orientieren sich an der Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte des Lenbachhauses. Damit ergibt sich ein Fokus auf die Stadt München innerhalb nationaler und internationaler Phänomene.

Bis 16.04.2023 im Lenbachhaus München. Mehr Info.

[FR] Entre 1918 et 1955, les Allemands ont été confrontés à plusieurs retournements de situation. L'exposition est centrée sur les parcours de vie et les destins d'artistes sous la République de Weimar, sous le national-socialisme et dans la jeune République fédérale d'Allemagne. Les œuvres d'art et les biographies très variées parlent de carrières réussies, interrompues ou complètement abandonnées, de résistance et d'adaptation, de persécution, d'exil et d'assassinat.

La période choisie a été marquée par la coexistence de différents courants. L'actualité et ses conditions institutionnelles sont étudiées parallèlement aux parcours de vie ; les positions artistiques proches des idéologies nazies ne sont pas non plus exclues.

Des thèmes tels que les groupes d'artistes de gauche des années 1920, le rapport entre l'art proscrit et l'art propagé dans les expositions munichoises de 1937, l'importance de l'"émigration intérieure", la "liste des graciés de Dieu" de 1944 et la réception de l'art moderne en Allemagne après 1945 ont été mis en lumière.

Les points forts s'orientent sur l'histoire des collections et des expositions de la Lenbachhaus. Il en résulte une focalisation sur la ville de Munich au sein de phénomènes nationaux et internationaux.

Jusqu'au 16 avril à la Lenbachhaus de Munich. Plus d'infos.

Source du texte / Quelle : Lenbachhaus

Reportage coups de coeur / Fotoreportage

Willi Geiger — Der Korpsstudent 1927


George Grosz "Heil Hitler!"1934



Maria Luiko — Marionnettes Israélites v. 1935

Karl Hubbuch — Die Schleckmäuler / Les gourmands ca, 1933/1935

Herbert Ploberger — Portrait d'un ophtalmologiste /
Porträt eines Augenartzes

Anita Rée — Tiroler Bäuerin/ Paysanne tyrolienne 1921

Rudolf Schlichter — Bertold Brecht ca. 1926


Mit der Kamera über den Bozner Markt — 22 Fotos

  © Marco Pohle